Die Halbglatze (häufig Norwood 4–5 mit Geheimratsecken und Tonsur) stellt eine besondere Herausforderung für den Spezialisten dar. Es müssen deutlich mehr Grafts (ca. 5.000 - 6.000) verpflanzt werden. Obwohl dies – wie berichtet – in der Türkei häufig praktiziert wird, sollte man das Risiko für den Erfolg nicht unterschätzen.
In diesem Erfahrungsbericht schildere ich Ihnen mein (Dr. Strasser) Konzept, über zwei Stufen – oder besser gesagt zwei Haaroperationen – schrittweise zu einem dichten und natürlichen Ergebnis zu gelangen.
Für die Ungeduldigen vorab:
Hier sehen Sie das Ergebnis der Haarverpflanzung in meiner Praxis in Deggendorf (Bayern) nach ca. 18 Monaten.
Ergebnis Haare implantieren
Wo zuvor kaum Haare vorhanden waren, wächst heute wieder Eigenhaar.


Ausgangslage
Die Ausgangssituation war eine Halbglatze mit noch diffusem Haar, die sich im hinteren Bereich noch nicht vollständig ausgeprägt hatte.
Mein Konzept sah bewusst von einer große Verpflanzung ab. Daher wurden nicht 5.000 –6.000 Grafts in einer OP transplantiert.
Dafür gibt es mehrere Gründe – unter anderem stellt eine hohe Anzahl an Grafts deutlich höhere Anforderungen:
- Längere Behandlungsdauer mit erhöhter Belastung für Patient und Behandlungsteam
- Höheres Risiko für ungleichmäßige Verteilung der Grafts bei sehr großen Sitzungen
- Erhöhte Anforderungen an die Versorgung und Qualität der entnommenen Haarfollikel
- Begrenzte Ressourcen der Spenderfläche, die strategisch eingesetzt werden müssen
- Natürlich wirkende Haarlinie erfordert besonders präzise Planung bei großen Arealen
Gemeinsam mit dem Patienten haben wir uns daher für ein zweistufiges Vorgehen entschieden, um ein ästhetisch ansprechendes und nachhaltiges Ergebnis zu erzielen.

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1. Stufe – 1.500 Grafts
In der ersten Stufe wurde die Haarlinie definiert und es wurden 1.500 Grafts transplantiert. Nach etwa 9 Monaten zeigte sich ein sehr gutes Anwachsen der transplantierten Haare, sodass auf dieser Basis eine weitere Verdichtung erfolgen konnte.
Ich möchte noch mal darauf Hinweisen: Das Anwachsen der Haare, die verpflanzt wurden ist eine kritische Angelegenheit und es Bedarf der medizinisch fundierten Analyse der Spender Region.
2. Stufe – Verdichtung
In der zweiten Haarverpflanzung wurde das bereits gut gewachsene Haar gezielt verdichtet. Bereits nach der ersten Stufe war eine deutliche visuelle Verbesserung erkennbar.
Dennoch wirkte das Ergebnis noch leicht schütter, sodass weiteres Optimierungspotenzial bestand und mein Konzept einer weiteren zweiten Stufe, die sichere Variante ist.
Wie viele Grafts sind bei einer Halbglatze notwendig?
Je nach Ausprägung der Halbglatze werden in der Regel zwischen 3.000 und 6.000 Grafts benötigt. Entscheidend ist dabei die verfügbare Spenderfläche sowie die gewünschte Haardichte.
Es kommt auf die seriöse Betrachtung vom Einzelfall an, wie bei diesem Patient. Eine vielleicht günstige Abwicklung nach einem Standard Verfahren birgt erheblich mehr Risiken, vor allem bei sehr vielen Grafts.
Fazit
Die hier dargestellte Behandlung wurde in unserer Praxis in Deggendorf (Bayern) unter ärztlicher Leitung durchgeführt und dokumentiert.
Das zweistufige Verfahren wird bei ausländischen Anbietern – insbesondere in der Türkei – seltener angeboten, da es mit einem erheblich höheren Aufwand und Kosten verbunden ist.
Nach meiner Einschätzung ist diese Methodik insbesondere für größere Areale mit wenig oder keinem Haar eine medizinisch und ästhetisch sinnvolle Lösung. Das Ergebnis spricht für sich.
Gerne können Sie auf Anfrage vollständige Vorher-Nachher-Bilder dieses Patienten einsehen. Der Patient ist sehr zufrieden, und es konnte eine deutliche Verbesserung des Erscheinungsbildes erreicht werden.